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18.03.2011 - 10:45 - Alter: 9 Jahre

Digitalisierung erleichtert Zahnbehandlungen

Nicht nur die Mundgesundheit in Deutschland ist verbessert, sondern auch die Dentalindustrie erholt sich - Internationale Dental-Schau (IDS) startet am 22. März in Köln mit deutlichem Aussteller- und Flächenzuwachs

Die Deutsche Dentalindustrie setzt für das laufende Jahr auf eine Reihe von Innovationen und Weiterentwicklung bewährter Systeme, die Anwendern und Patienten zusätzliche Verbesserungen in der Vorsorge und der Zahnbehandlung ermöglichen. Dazu gehören z. B. digitale Intraoralscanner, verbesserte Methoden für Wurzelkanalbehandlungen, neue Materialien für die Zahnfüllung und ästhetische Kronen und Brücken sowie eine verbesserte digitale Röntgendiagnostik insbesondere auch für die Planung von implantatgetragenem Zahnersatz. Dies erklärte der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie (VDDI), Dr. Markus Heibach, am Mittwoch in Köln. Eine Woche vor dem Start der weltweit größten Dentalmesse, der Internationalen Dental-Schau (IDS), in der Domstadt erklärte Heibach, die Dentalindustrie sei nach den Rückschlägen des Krisenjahres 2009 "wieder auf Wachstumskurs."

Die rund 200 Mitgliedsunternehmen des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie erwirtschafteten im vergangenen Jahr nach den Worten von Dr. Markus Heibach einen Gesamtumsatz von 4,02 Milliarden Euro. Die Branche verzeichnete damit gegenüber 2009 einen "sehr erfreulichen Zuwachs von 6,8 Prozent", so der Geschäftsführer des Verbandes. Der Umsatz in Deutschland stieg um 3,3 Prozent auf 1,672 Milliarden Euro, der Umsatz im Ausland kletterte im Vorjahresvergleich um 9,6 Prozent auf 2,341 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet die Mehrzahl der Mitgliedsunternehmen des Verbandes mit weiteren Zuwächsen im Inland und im Exportgeschäft.

Der VDDI-Geschäftsführer plädierte im Vorfeld der vom 22. bis 26. März laufenden Fachmesse IDS dafür, dass Patienten in Deutschland auch zukünftig eine zahnmedizinische und zahntechnische Versorgung auf der Höhe des medizinischen und technischen Fortschritts erhalten. Deshalb müsse es ausreichend Raum für Investitionen in Innovationen geben. In dem Zusammenhang sprach sich Heibach dafür aus, dass die dentale Versorgung einen "vernünftigen Interessenausgleich von Patienten, seien es nun Beitragszahler oder selbstzahlende Patienten und Zahnärzten, Zahntechnikern und Dental-Industrie gewährleisten muss."

Der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer Dr. Dietmar Oesterreich erklärte am Mittwoch vor der Presse in Köln, die deutsche Zahnärzteschaft kann stolz auf ein solches "Heimspiel" sein, das in diesem Jahr auf der imposanten Fläche von mehr als 20 Fußballfeldern ausgetragen wird. Gleichzeitig muss die zahnärztliche Profession hierzulande aber weiter darauf drängen, dass die Politik verlässliche Rahmenbedingungen schafft, unter denen der mögliche zahnmedizinische Fortschritt auch in den Praxen ankommen kann. Die gesundheitspolitischen und fachlichen Voraussetzungen für fortschrittliche Zahnmedizin müssen zunächst geschaffen werden.

Laut Bundeszahnärztekammer sind die beiden großen oralen Volkskrankheiten Karies und Parodontitis nach wie vor die Hauptursache für Zahnverluste in Deutschland. Ab dem 40sten Lebensjahr nehme besonders die Parodontitis zu, so der Vizepräsident der Kammer, Dr. Dietmar Oesterreich. Nach seinen Worten kann die Zahnmedizin in Deutschland "echte Erfolge bei der Mundgesundheit", sowohl bei der Prävention als auch bei der Zahnerhaltung vorweisen. Bei Kindern und Jugendlichen liege Deutschland derzeit mit den skandinavischen Ländern an der Weltspitze bei der Zahngesundheit. Herausforderungen in der Versorgung bestehen insbesondere bei älteren immobilen und pflegebedürftigen Patienten sowie bei Menschen mit Behinderungen. Hier liegt seitens der Zahnärzteschaft ein Konzept zur Verbesserung der Versorgung bei der Politik vor.

Zahlreiche innovative Produktideen wird es nach Angaben der Branche auf der größten Dentalmesse der Welt, der Internationalen Dentalschau, geben. Der Geschäftsführer der Koelnmesse GmbH, Oliver P. Kuhrt, nannte die IDS am Mittwoch eine "Veranstaltung der Superlative". Mit über 1.950 Unternehmen aus 59 Ländern konnte die Ausstellerzahl gegenüber der letzten Messe 2009 um 7 Prozent gesteigert werden. Mit etwa 1.300 ausländischen Firmen liegt der Auslandsanteil in diesem Jahr bei 65 Prozent. Zu den stärksten ausländischen Beteiligungen zählen Italien, die USA, die Republik Korea und die Schweiz.

Auch die Bruttoausstellungsfläche der diesjährigen IDS stieg gegenüber der letzten Veranstaltung um 5 Prozent auf nunmehr 145.000 Quadratmeter. Die Messeveranstalter rechnen mit über 100.000 Fachbesuchern aus aller Welt. Die IDS ist laut Kuhrt der weltweite Branchentreff für Entscheider aus Zahnärzteschaft, Zahntechnikerhandwerk, Dentalfachhandel und Dentalindustrie und das "Neuheitenforum der Dentalwelt". Nach Angaben der Branche gibt es in West- und Ostdeutschland rund 67.000 behandelnd tätige Zahnärzte, etwa 238.000 zahnmedizinische Fachangestellte, 65.000 Zahntechniker und etwa 18.000 Mitarbeiter der Dental-Industrie. Insgesamt dürften damit über 390.000 Menschen allein im Dentalbereich arbeiten.

Der Präsident des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI), Jürgen Schwichtenberg, warnte vor den Folgen der bereits jetzt bestehenden "gravierenden Knappheit bei Fachkräften" bei den Zahntechnikern. "Die Löhne der Zahntechniker haben sich durch die staatlichen Preisregulierungen real deutlich verschlechtert und die Ausbildung junger Menschen in diesem Beruf hat sich stark verringert", so Schwichtenberg weiter. Seit dem Jahr 2000 habe sich die Zahl der Auszubildenden in den zahntechnischen Betrieben etwa halbiert. Während 1990 bundesweit noch 14.700 junge Menschen den Beruf des Zahntechnikers erlernten, waren es im vergangenen Jahr laut VDZI nur noch 5.800.

Der VDZI-Präsident wies darauf hin, dass sich die Umsätze der bundesweit rund 4.400 zahntechnischen Meisterbetriebe in den Innungen im vergangenen Jahr um rund 2 Prozent gegenüber 2009 erhöht hätten. Für die relativ schlechte Ertragslage der Zahntechniker machte Schwichtenberg vor allem politische Eingriffe mit gesetzlichen Preisabsenkungen und Preismoratorien verantwortlich.

Die IDS (Internationale Dental-Schau) findet alle zwei Jahre in Köln statt und wird veranstaltet von der GFDI - Gesellschaft zur Förderung der Dental-Industrie mbH, dem Wirtschaftsunternehmen des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI), durchgeführt von der Koelnmesse GmbH, Köln.

Anmerkung für die Redaktion:
Fotomaterial von der vergangenen IDS Köln finden Sie in unserer Bilddatenbank im Internet unter www.ids-cologne.de im Bereich "Für die Presse".

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.



< "Eine IDS der Superlative"

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