- Alter: 5811 Tage

Internationale Dental-Schau IDS 2007

Ausführungen von Herrn Dr. Martin Rickert, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI) anlässlich der europäischen Fachpressekonferenz am 05.12.2006 in Köln

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich sehr, Sie als Vertreter der europäischen Fachpresse im Namen des VDDI begrüßen zu dürfen. Wie Sie wissen, ist die nächste IDS 2007 die 32. Internationale Dental-Schau seit der ersten Dentalmesse unseres Verbandes 1923 in Berlin. Die IDS (Internationale Dental-Schau) findet alle zwei Jahre in Köln statt und wird veranstaltet vom Verband der Deutschen Dental-Industrie e.V., Köln, vertreten durch seine GFDI Gesellschaft zur Förderung der Dental-Industrie mbH, und durchgeführt von der Koelnmesse GmbH, Köln, unserem bewährten Partner. Wir wollen Sie heute neugierig auf die kommende IDS machen und Ihnen dazu aktuelle Informationen aus Sicht unserer Industrie zu den Entwicklungen auf den Dentalmärkten in Deutschland, Europa und den wichtigsten Weltmärkten geben. IDS - Rückschau auf 2005 - Ausblick auf 2007 Die IDS - Internationale Dental-Schau ist die unangefochtene Leitmesse der internationalen Dentalwelt. Sie ist die weltgrößte Messe für Zahnmedizin und Zahntechnik. Es sind vor allem die Innovationen, die hier überwiegend erstmalig einem internationalen Publikum präsentiert werden, die sie zu einem Magneten für Hersteller, Fachbesucher und Händler machen. Über die Jahre hinweg ist die Internationalität der Aussteller und Besucher stetig gewachsen und dies hat die IDS zum Welt-Branchentreff für Entscheider aus Zahnärzteschaft, Zahntechnikerhandwerk und Dentalfachhandel gemacht. Wir gehen davon aus, dass die nächste IDS die attraktivste Internationale Dental-Schau aller Zeiten sein wird. Rund 1.600 Aussteller aus ca. 50 Ländern - bei einer Internationalität von 60 Prozent - präsentieren vom 20. bis 24. März die neuesten Trends und Innovationen. Wir erwarten noch einmal eine Zunahme der Ausstellerzahl gegenüber dem Jahr 2005, in dem wir schon eine zwölfprozentige Steigerung gegenüber 2003 verzeichnen konnten. Zu dieser Entwicklung tragen die Gruppenbeteiligungen aus dem Ausland teil. Zu den Erstausstellern auf der IDS 2007 gehört eine Gruppenbeteiligung aus der Türkei, einen Gemeinschaftsstand hat auch die British Dental Trade Association angemeldet. Damit erwarten wir fast 20 Ausstellergruppen aus 16 Ländern. Für weitere Zuwächse sorgen sowohl die EU-Länder als auch der Nahe und Ferne Osten, Australien, die USA und Kanada. An der Spitze der ausländischen Beteiligungen stehen nach derzeitigem Stand Italien, die USA, die Schweiz, Frankreich und Großbritannien. Wir gehen daher davon aus, dass auch die Besucherzahl im kommenden März noch einmal steigt. Waren es 2003 noch 63.000 Fachbesucher aus 133 Ländern, stieg diese Zahl 2005 auf rund 77.500 Gäste aus 165 Ländern. Nicht zuletzt Dank der hervorragenden Ergebnisse aller Besucherbefragungen dürfen wir für 2007 mit einem erneuten Rekordbesuch rechnen. Auch die Ausstellungsfläche der IDS 2007 erhöht sich auf nunmehr 130.000 Quadratmeter. Auch hier gab es von der IDS 2003 auf die IDS 2005 bereits eine Steigerung um 16 Prozent bzw. 15.000 auf 107.000 Quadratmeter. Zahlreiche Unternehmen aus dem In- und Ausland möchten ihre Standflächen vergrößern, und eine große Zahl von Firmen wird erstmals auf der IDS ausstellen. Die Unternehmen wollen damit die Aufenthaltsqualität für ihre Besucher weiter steigern und mehr Raum für Präsentationen und Events auf ihren Ständen schaffen. Diesem Wunsch kommen wir gerne nach und lassen die IDS 2007 auf allen Ebenen der Hallen 4, 10 und 11 sowie in der Halle 3.2 stattfinden. Dies sind die früheren bekannten Hallen 10, 13 und 14 sowie 12.2, die im Zuge der Neu- und Umbauten des Kölnmessegeländes neu nummeriert wurden. Verbunden sind die IDS-Hallen durch den neuen großzügigen Messeboulevard. Andere rund um die neue Piazza angeordnete Passagen und Zugänge machen die IDS zur Messe der kurzen Wege. Neu ist der Südeingang, der bequem vom ICE-Bahnhof Köln Messe / Deutz und der Kölner Innenstadt erreicht werden kann. Über die zusätzlichen Service-Angebote für die Fachbesucher wird sie gleich Herr Kuhrt von der Koelnmesse informieren. Die Fachbesucher der IDS 2007 können nämlich von einer Reihe neuer Dienstleistungen profitieren. Hier möchte ich die Instrumente "Business-Matchmaking", den "e-shop", "LeadSuccess" sowie Serviceangebote für die Reiseplanung nennen, aber davon später mehr. Produkttrends der Zukunft: Worin bestehen nun die wichtigsten fachlichen Trends, die auf der IDS zu sehen sind?

  • Nehmen wir zunächst den Bereich der Prophylaxe. Langfristige Konzepte zur Erhaltung von Zähnen und Zahnfleisch sind hier besonders wichtig: Vor allem gilt es, Patienten zu motivieren, ihnen die Bedeutung regelmäßiger Recalls nahe zu bringen und damit die Chancen zur Früherkennung von Problemen oder Zahnkrankheiten zu erhöhen. Moderne Hilfsmittel stehen uns dafür zur Verfügung: die individuelle Risikobestimmung - Stichwort "Dentale Diagnostik", auch mit molekular-genetischen Methoden. Daraus lassen sich ebenso individuelle Konzepte für jeden einzelnen Patienten entwickeln: professionelle Zahnreinigung, supra- und subgingivale Kürettage, die häusliche Mundpflege - zu allen diesen Punkten werden Sie auf der IDS vieles zu sehen bekommen.

  • Einen wichtigen Beitrag zur Zahnerhaltung leistet auch die Endodontie. Für dieses Gebiet stehen weiterentwickelte Nickel-Titan-Feilen zur Verfügung. Maschinell oder manuell betrieben: Es sind Systeme mit optimierter Feilengeometrie entworfen worden, die sich noch besser an den Wurzelkanal anpassen. Außerdem ist die Wurzelkanaldesinfektion als ein besonders kritischer Schritt zum Behandlungserfolg durch neue Verfahren sicherer geworden. Auch Endometrie und digitales Röntgen führen zu einer besseren Vorhersagbarkeit und Kontrollierbarkeit des Ergebnisses.

  • Im erweiterten Sinne vorbeugend wirkt die Praxishygiene. Gerade hier bewegt sich einiges - die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes geben für Deutschland neue Hygienestandards und -routinen vor. Dies hat Konsequenzen für das Qualitätsmanagement unserer Zahnarztpraxen, und darüber hinaus ist zukünftig mit verstärkten Kontrollen durch die Gewerbeaufsicht zu rechnen. Ebenso wollen Kollegen aus anderen Ländern mehr Sicherheit durch fortschrittliche Hygiene erreichen, denn dortige Behörden kontrollieren ebenfalls effektiver. Die Spezialisten der Industrie werden uns hierzu viele Neuigkeiten zu einzelnen Bereichen präsentieren - vor allem aber schlüssige Gesamtkonzepte für eine sichere und effektive Praxishygiene im zahnärztlichen Alltag.

  • Aller Aufwand dient letztlich dem Patienten. Folgerichtig ist die moderne Zahnheilkunde bestrebt, eine möglichst individuell zugeschnittene Prophylaxe und Therapie anzubieten. Lebensbegleitende Konzepte zur Mundgesundheit, zu Zahnerhaltung und Zahnersatz sind daher gefragt - von der Kindheit bis ins höchste Alter. Durch seinen Zahnarzt richtig beraten, wird sich der Patient auch künftig im weiten Feld der prothetischen Alternativen orientieren können. Ob die Entscheidung für eine qualitative Basisversorgung, eine mittelwertige Lösung oder für Zahnersatz im High-End-Bereich getroffen wird - sie bleibt letztlich ein Resultat unserer Beratungskompetenz und der finanziellen Möglichkeiten des Patienten.

  • Gerade am Beispiel des Prothetik lässt sich inzwischen diese enorme Vielfalt erkennen: Zum einen haben wir ästhetische zahnfarbene Kunststoffsysteme und leistungsfähige Adhäsive für die direkte Füllungstherapie. Bei der Inlaytechnik kommen vorrangig metallene oder keramische Werkstoffe zum Einsatz. Einzelkronen, festsitzende Brücken oder implantatgetragene Suprakonstruktionen werden ebenfalls aus diesen Materialien gefertigt, wobei der Trend zu besonders biokompatiblen hochwertigen Lösungen aus Vollkeramik geht. Und alternativ zu Teil- und Totalprothesen werden mittlerweile vermehrt auch Restzahn- oder Implantat-gestützte Konus- oder Teleskopprothesen gefertigt, die neben einer guten Funktionalität mundhygienische und ästhetische Vorzüge für eine immer älter werdende Bevölkerung besitzen.

  • Nach wie vor werden Legierungen für prothetische Lösungen eine große Rolle spielen. Als Aufbrennlegierungen für die zahnfarbene keramische Verblendung oder als Gusslegierungen für Vollkronen und -brücken stehen mittlerweile über tausend verschiedene Legierungstypen zur Wahl. Neueste Vertreter sind palladium- und kupferfreie hochgoldhaltige Edelmetalllegierungen, die ein breites Indikationsspektrum ohne Einschränkung abdecken und dabei besonders körperverträglich sind. Aber auch Nichtedelmetalllegierungen gewinnen immer mehr an Boden: Sie sind kostengünstiger, ebenfalls für viele Indikationen geeignet und können teilweise frästechnisch durch CAD/CAM-Verfahren bearbeitet werden.

  • Durch die CAD/CAM-Technologie rücken auch die vollkeramischen Zahnersatzmaterialien weiter vor. Leucitverstärkte Glaskeramiken, Aluminiumoxid und Zirkonoxid werden am häufigsten für Einzelkronen, Brücken und andere Konstruktionen verwendet. Insbesondere Zirkonoxid bietet dabei ein großes Potenzial, sogar im okklusionstragenden Seitenzahnbereich. Auch für Spezialitäten wie etwa Primärkronen in der Doppelkronentechnik ist Zirkonoxid prädestiniert. Die Ästhetik des vollkeramischen Zahnersatzes kommt der Lichtdynamik natürlicher Zähne sicher am nächsten und erfüllt damit auch höchste ästhetische Ansprüche.

  • In allen Bereichen der dentalen Berufe wird der Einfluss der Digitaltechnik deutlich sichtbar. In den Zahnarztpraxen gewinnt digitales Röntgen mit Speicherfolientechnik oder anderen Verfahren, sowie die rationelle Bildspeicherung von Röntgen- und Intraoralaufnahmen zunehmende Bedeutung. Ganz besonders ist dies für die Beratungssituation mit dem Patienten von Vorteil, können die neuen Bildverfahren doch sehr anschaulich unsere Therapievorschläge demonstrieren und den Entscheidungsprozess zu höherwertigen Lösungen unterstützen. Auch die Detailkontrolle chirurgischer Eingriffe wird durch moderne Digitalkamerasysteme verbessert. Und die aktuellen Farbmessgeräte zur exakten tageslichtunabhängigen Bestimmung von Zahnfarben erleichtern die Kooperation von Zahnarzt und Zahntechniker.

  • Im zahntechnischen Labor erleben wir zurzeit durch CAD/CAM eine digitale Revolution: Von der Basisversorgung bis hin zu komplexen Restaurationen lässt sich inzwischen fast alles am Bildschirm konstruieren - und überdies rationell und zeitsparend im eigenen Labor oder auch außerhalb fertigen. Der Trend geht hier zu ergonomisch steuerbaren CAD-Systemen, hochauflösenden Laser-Scannern und schnellen CNC-Fräsrobotern, die verschiedene keramische und metallene Werkstoffe verarbeiten können. Gewinnen wir Vorsprung durch Wissen: Die IDS bietet ein ausgezeichnetes Forum, um sich über diese faszinierenden Systeme und ihre Möglichkeiten zu informieren!

  • Welche Chancen bietet CAD/CAM dem Labor? Deutlich mehr Flexibilität in der Fertigung durch optionale Anbindung an regionale oder industrielle Fräszentren, mehr Kosteneffizienz durch Wegfall vieler Ersatzinvestitionen in kapitalintensive Gerätesysteme der konventionellen Verfahren, und insgesamt durch eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes. Und selbstverständlich bildet die Professionalität des CAD/CAM-erfahrenen Zahntechnikers bereits jetzt und erst recht zukünftig einen Eckpfeiler jeder hochentwickelten Zahnheilkunde.

  • Die Implantologie schreitet durch erweiterte Mikroinstrumentarien und mikrochirurgische Verfahren weiter voran. Moderne digitale 3D-Kameras zeigen dem Behandler kinematische räumliche Abbilder der intraoralen Situation auf dem Bildschirm. Fortschritte zeichnen sich auch bei der Augmentation durch neue Knochenersatzmaterialien ab. Ein weiterer Trend besteht im zunehmenden Einsatz hochwertiger Implantatprothetik aus Zirkonoxid. Besonderen Stellenwert für den spannungsfreien Sitz solcher High-Tech-Versorgungen bekommt hier die effektive Teamarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker.

  • Auch die Kieferorthopädie profitiert von neuen Entwicklungen: Neben konventionellen Bracketsystemen stehen jetzt Tiefziehsysteme zur Verfügung. Und die skelettale Verankerung von KFO-Systemen wird insbesondere durch Implantate und spezielle Mini-Pins verbessert.

Sie sehen, dass der Besuch der IDS 2007 für Zahnärzte und Zahntechniker unverzichtbar ist. An keinem anderen Ort werden sie so umfassend über sämtliche Bereiche der Zahnheilkunde und Zahntechnik und den neuesten Stand der Technik informiert wie hier. Die deutsche Dentalindustrie in Zahlen Ich möchte Ihnen jetzt gerne einige Zahlen zum Dentalmarkt Deutschland darstellen, der einer der größten und bedeutendsten nationalen Märkte innerhalb der EU ist. An dieser Stelle möchte ich Ihnen einige Erläuterungen zu unserer Dental-Industrie und ihrem Umfeld, dem Heimatmarkt Deutschland geben. Über den wichtigen Markt der EU und die Gesundheitssysteme in Europa, die Situation der Zahnärzte und Zahntechniker als einem sehr zentralen Teilbereich der Dentalbranchen am Beispiel verschiedener Länder werden wir später noch einen ausführlichen Vortrag von Herrn Dr. Claus Wendt hören. Die Deutsche Dental-Industrie behauptet sich trotz Einbußen im Inland Unserem Verband, dem VDDI, gehören rund 200 Mitgliedsunternehmen an. Sie beschäftigten im Jahre 2005 17.190 Mitarbeiter, das entspricht einem leichten Zuwachs von 0,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2004. Insgesamt erwirtschafteten unsere Unternehmen im Jahre 2005 einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem 2004er Ergebnis stellt dies einen Rückgang um -2,4 Prozent dar. Betrachtet man nur den Absatz im Inland, so wurden hier gut 1,4 Milliarden Euro umgesetzt, das bedeutet ein Minus von knapp zwölf Prozent. Im Vergleich dazu wurde ein beträchtlicher Teil des Gesamtumsatzes, mehr als 1,8 Milliarden Euro, auf den internationalen Märkten erwirtschaftet. Dies entspricht einem Anstieg um fast sieben Prozent gegenüber dem 2004er Niveau. Trotz der hohen Exportquote von jetzt mehr als 50 Prozent ist und bleibt aber gerade der deutsche Heimatmarkt von entscheidender strategischer Bedeutung für unsere mittelständische Industrie. Potentiale der Dental-Industrie aus Deutschland Die Dental-Industrie in Deutschland ist ein wichtiger unabhängiger Teil der hoch spezialisierten Gesundheitswirtschaft. Der Gesundheitsmarkt in Deutschland, in Europa und weltweit wird in Zukunft noch weiter an Bedeutung zunehmen. Die deutlich höhere Lebenserwartung wird auch den Bedarf an Leistungen zur Gesunderhaltung auch beim Zahnersatz steigen lassen. Hier liegen viel versprechende Zukunftsaussichten für unsere Dental-Industrie.

Die soeben veröffentlichte "Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie des Instituts der deutschen Zahnärzte (IDZ)" in Köln hat zwei sehr interessante Trends ergeben, nämlich, dass die präventionsorientierte Leistung der Zahnärzte in Deutschland und das Prophylaxeverhalten der Bevölkerung in Deutschland zu einem ganz bedeutenden Rückgang der Karies vor allem bei Kindern und Jugendlichen geführt hat. Demgegenüber weist die Studie deutlich angestiegene Zahlen von Parodontalerkrankungen bei Erwachsenen und hier natürlich der älteren Erwachsenen nach. Trotz der enormen Verbesserung der Mundgesundheit namentlich in der jungen Generation wird die Arbeit von Zahnärzten, Zahntechnikern und Dental-Industrie auch in Zukunft nicht überflüssig werden. Die Altersentwicklung in Deutschland, in Europa und sogar in Asien läuft auf die Entstehung "alternder Gesellschaften" hin, wobei zum Beispiel in Deutschland das Durchschnittsalter im Jahre 2050 von jetzt 42 auf dann 50 Jahre ansteigen wird. Das Statistische Bundesamt rechnet vor, dass die Zahl der über 80-jährigen ebenfalls im Jahre 2050 von vier auf dann zehn Millionen Menschen in Deutschland zunehmen wird. In der EU-25 wird der Anteil der Senioren (65-79 Jahre alt) von 2005 bis 2050 nach Berechnungen von EUROSTAT um mehr als 44 Prozent steigen und der Anteil der "sehr alten Menschen" (ab 80 Jahre) um sage und schreibe 180 Prozent zunehmen. Wenn also die Prophylaxekonzepte dazu beitragen, mehr Zähne bis in das fünfte, sechste und sogar siebte Lebensjahrzehnt zu erhalten, wächst der Bedarf an zahnmedizinischer Versorgung, aber letztendlich auch der Bedarf an Prothetik und damit an zahntechnischen Leistungen. Hiermit verbunden ist auch ein Trend zu festsitzendem Zahnersatz, Kronen, Brücken und Implantate, den offenbar immer mehr Menschen im Seniorenalter ab 65 bevorzugen. Die restaurative Zahnheilkunde wird also trotz der Erfolge durch Prophylaxe ihren Stellenwert bei der Erhaltung von Lebensqualität auch in Zukunft behalten. Immer mehr Menschen wollen im Arbeits- und im Privatleben physisch und sozial attraktiv bleiben und erkennen die Bedeutung eines gepflegten Äußeren, dazu gehört selbstverständlich auch der Mund, für ihr Wohlbefinden und ihre gesellschaftliche Akzeptanz. Dafür sind Menschen aller Altersgruppen bereit, Zeit und Mühen in Mund- und Zahnpflege zu investieren, belegt die Mundgesundheitsstudie. Wenn man die Berechnung des Statistischen Bundesamtes zugrunde legt, dann werden in Deutschland in den Jahren bis 2020 mehr als 50 Billionen Euro an Menschen vererbt werden, die älter als 50 Jahre alt sind. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ein angemessener Teil dieser Werte in den Erhalt von Gesundheit und Lebensqualität investiert werden wird, auch und gerade jenseits der gesetzlichen oder staatlichen Gesundheitssysteme. Chancen aus den Rahmenbedingungen des deutschen Marktes Unsere Dental-Industrie ist zu einem nicht zu unterschätzenden Teil auf dem Heimatmarkt von den wirtschafts- und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland abhängig. Die seit Anfang des Jahres 2005 geltenden Regelungen für den Zahnersatz verschaffen den Patienten mehr Chancen und mehr Wahlmöglichkeiten hinsichtlich seiner individuellen Versorgung mit Zahnersatz. Die Patienten fragten in deutlich höherer Zahl die Zahnimplantate sowie hochwertige Keramikversorgungen nach, die bisher von Zuschüssen aus der GKV ausgenommen waren. Zum Teil Kräftige Rückgänge hatten dagegen die Bereiche der Prothetik und der Edelmetalle zu verzeichnen, für die sicherlich auch die rasant steigenden Rohstoffpreise mit ausschlaggebend gewesen sein dürften. Wichtiger Heimatmarkt Deutschland Insgesamt gesehen stand die dentale Konjunktur in Deutschland 2005 im Schatten der negativen Auswirkungen des Festzuschusssystems, die sich vor allem im Prothetikbereich bemerkbar machten. Hier sind vor allem in der zweiten Jahreshälfte noch 2004 Vorzieheffekte erfolgt, da der Gesetzgeber eine Übergangszeit, wie sie auch vom VDDI angeraten wurde, zur Einführung der Regelung nicht eingeräumt wurde. Darauf folgte eine massive Delle zum Jahresanfang 2005, die sich im Jahreslauf in den meisten Prothetiksegementen zu einem zähen Dauertief entwickelte. Eine starke Nachfrage nach implantatgestütztem Zahnersatz wurde ab Jahresbeginn 2005 bei Patienten dadurch ausgelöst, dass die GKV diese besonders hochwertige Leistung erstmals über das System der befundbezogenen Festzuschüsse bezuschusst. Eine zum Teil deutlich spürbare Kauf- und Investitionszurückhaltung bei Zahnärzten und Zahntechnikern hat insgesamt zum Teil deutliche Umsatzrückgänge in einzelnen Segmenten auf unserem Heimatmarkt Deutschland nach sich gezogen. Positive Grundstimmung in der Deutschen Dental-Industrie Entgegen den zum Teil erheblichen Rückgängen im Absatz in 2005, schätzen die Mitgliedsunternehmen die zukünftige Entwicklung des Dentalmarktes überwiegend positive ein. Laut den Ergebnissen einer internen Verbandsumfrage erwarten beachtliche 70 Prozent der VDDI-Mitglieder Steigerungen beim Inlandsabsatz. 26 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem Geschäftsverlauf, der ungefähr auf dem Vorjahresniveau liegen dürfte. Erfreuliche Entwicklung der Umsätze auf den meisten Weltmärkten Der Geschäftsverlauf auf den internationalen Weltmärkten entwickelte sich für die Deutsche Dental-Industrie im Jahre 2005 sehr befriedigend. Allerdings mussten unsere Unternehmen erhebliche Anstrengungen leisten, um sich im Wettbewerb auf den Weltmärkten gegen die anderen "Global Player" zu behaupten. Angesichts der hohen Exportquote unserer Industrie von jetzt mehr als 50 Prozent nimmt die Bedeutung des Exportgeschäftes für unsere global orientierte Industrie weiter zu, und dies, obwohl die Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen auf den Weltmärkten insgesamt sicherlich nicht leichter geworden sind. Allerdings stehen hinsichtlich der Ertragssituation der Mitgliedsunternehmen weiterhin die meisten von ihnen nicht zuletzt aufgrund der bestehenden Wechselkursproblematik sowie durch die steigenden Rohstoffpreise zum Teil unter erheblichem Kostendruck. Die Stärke des Euro hat unsere Exporte in einige Märkte verteuert, die Dollar-Schwäche hingegen machte Produkte aus den USA für Abnehmer erschwinglicher. Ungeachtet dessen konnten unsere Mitgliedsunternehmen ihre Marktposition auf den Weltmärkten stabilisieren und überdies in einigen Fällen sogar deutlich ausbauen. Dieser Geschäftsverlauf unserer Industrie auf den verschiedenen Auslandsmärkten wird durch die Ergebnisse unserer Verbandsumfrage eindrucksvoll bestätigt: Hinsichtlich des Exportgeschäftsverlaufes berichteten im Jahre 2005 fast zwei Drittel der Befragten von steigenden Umsätzen, Absatzergebnisse auf dem Vorjahresniveau meldete knapp ein Viertel der Firmen. Betrachtet man die einzelnen Märkte nach Regionen, so spiegelt der Geschäftsverlauf des Jahres 2005 die unterschiedlichen Entwicklungen der Märkte wider:

  • Ein sehr dynamisch wachsender Markt ist aus Sicht von 61 Prozent unserer Unternehmen die Wirtschaftsregion Osteuropa. Einen stabilen Geschäftsverlauf meldete hier für 2005 mehr als ein Drittel der Befragten. Ausschlaggebend für die Zuwächse ist die zum Teil rasante wirtschaftliche Entwicklung der Region, die sich auch in Zukunft auf gutem Niveau weiter fortsetzen dürfte.

  • Innerhalb des Europäischen Binnenmarktes ist gerade Westeuropa einer unser wichtigsten Märkte für Dentalprodukte, denn 43 Prozent unserer Mitglieder melden für 2005 Steigerungen und immerhin beachtliche 45 Prozent ein gleich bleibendes Geschäft.

  • Ein durchaus zufrieden stellendes Absatzplus konnten unsere Mitglieder auch für den Fernen Osten verbuchen, denn 47 Prozent der Teilnehmer verzeichneten Steigerungen, 44 Prozent der Unternehmen konnten die Umsätze auf Vorjahresniveau halten. Hier wirkt sich das Wirtschaftswachstum der Wirtschaftsregion insofern aus, als immer mehr Teile der Bevölkerung mit steigendem Wohlstand ein wachsendes Verlangen nach hochwertigem Zahnersatz haben und auch bereit sind, in ihre Mund- und Zahngesundheit und in ihr Äußeres zu investieren.

  • Der nordamerikanische Raum war auch 2005 eine der starken Wachstumsregionen für Dentalprodukte aus Deutschland. Trotz des erwähnten Wechselkursdruckes konnten 41 Prozent der Mitgliedsunternehmen ihre Umsätze steigern. 43 Prozent der Unternehmen behaupteten sich unter diesen schwierigen Bedingungen mit gleich gebliebenen Umsätzen. 16 Prozent unserer Unternehmen mussten allerdings auch Absatzrückgänge hinnehmen.

  • Auch der Dentalmarkt des Nahen und Mittleren Ostens entwickelte sich für Hersteller aus Deutschland weiter sehr erfreulich. So konnten 35 Prozent der Mitglieder Zuwächse erzielen, 54 Prozent konnten die Vorjahresumsätze gegen starke Mitbewerber stabilisieren.

  • Der Dentalmarkt Mittel- und Südamerikas stabilisierte sich 2005 auf immer noch recht ausbaufähigem Niveau. Trotz der uneinheitlichen wirtschaftlichen Entwicklung der Region meldeten 19 Prozent der Mitglieder ein Absatzplus, von einem Geschäftsverlauf auf Vorjahresniveau berichteten 65 Prozent. Nur noch 16 Prozent verzeichneten einen negativen Geschäftsverlauf.

Festzuhalten bleibt, dass die Erwartungen der Dental-Industrie an das Auslandsgeschäft 2006 deutlich positiv sind, denn mehr als drei Viertel der Mitgliedsunternehmen rechnen insgesamt mit steigenden Auslandsumsätzen, während etwas weniger als ein Viertel unserer Unternehmen davon ausgehen, sich mit den gleichen Umsätzen wie im Vorjahr behaupten zu können. Mit schwächeren Absätzen rechnet dagegen erfreulicherweise keines unserer Mitgliedsunternehmen. Die deutsche Dental-Industrie in Europa Wie ich gerade ausgeführt habe, ist der europäische Binnenmarkt für unsere Industrie einer der wichtigsten Märkte weltweit. Alle Medizinprodukte, daher auch die Produkte der deutschen Dental-Industrie, unterliegen strengen Qualitätsanforderungen. Ähnlich wie auf dem europäischen Arzneimittelmarkt sind auch im Dentalbereich aufgrund der besonderen Sicherheitsanforderungen hier die ersten nahezu vollendeten Märkte geschaffen worden. Daher gibt es schon lange einheitliche europäische Regelungen z.B. bezüglich der Medizinprodukte, des Strahlenschutzes sowie im weitesten Sinne einschlägiger Sicherheitsbestimmungen. Der VDDI hat in allen maßgeblichen Gremien und Arbeitsgruppen auf nationaler und europäischer Ebene mitgearbeitet und seinen Beitrag zur Harmonisierung der Märkte geleistet. Aufgrund der technischen und gesetzlichen Harmonisierung innerhalb der EU, etwa beim Medizinproduktegesetz, beim CE-Zeichen, gibt es für unsere stark exportorientierten Unternehmen nicht nur im europäischen Binnenmarkt sondern auch im Welthandel wesentliche Erleichterungen. Die EU hat der Industrie, also auch der Dental-Industrie, kürzlich eine Reihe von Aufgaben und Arbeitsfelder für die nächsten Jahre gestellt, die wir mit großen Kraftanstrengungen bewältigen müssen. Hierzu gehören u. a. die Umsetzung bedeutender neuer EU-Richtlinien oder Verordnungen. * WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment): Die Hersteller sind verpflichtet, ihre Elektroaltgeräte, auch aus Zahnarztpraxen und Dentallaboren, zurückzunehmen, die ab dem 13.08.2005 in Verkehr gebracht wurden. Jedes EU-Mitgliedsland hat seine eigene nationale Umsetzung, so dass in jedem Land andere Bedingungen herrschen können. Es müssen in allen Mitgliedsstaaten Rücknahmesysteme eingeführt und die Verwertung der Altgeräte organisiert werden. * RoHS: (Restriction of the use of certain Hazardous Substances in Electrical and Electronic Equipment) Mit dieser Richtlinie werden Schadstoffe in Produkten (Cadmium, Blei, Quecksilber) verboten. Dies bedeutet, dass manche Produkte neu konstruiert werden müssen. Damit besteht ein erhöhter Aufwand an Forschungs- und Entwicklungskosten. Es entsteht auch die Frage, ob manche Produkte mit entsprechenden Ersatzstoffen - sofern diese überhaupt in gleichwertiger Form gefunden werden - noch die gleiche Leistung bringen können. * REACH - die EU-Chemikalienverordnung: Jeder Stoff muss zukünftig registriert, bewertet und zugelassen werden. Hier kommt es darauf an, den Unternehmen die notwendige Hilfestellung bei der Einführung und Umsetzung von REACH zu geben. Was das Gesundheitswesen innerhalb der EU betrifft, so ist darin auch die Mund- und Zahngesundheit, ein bedeutsamer Wirtschaftssektor mit Wachstumstendenzen, der nicht nur für die Lebensverhältnisse in der EU entscheidend ist, sondern darüber hinaus erhebliche Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen und europäischen Volkswirtschaft hat. Hunderttausende von Menschen sind auf dem Gesundheitsmarkt beschäftigt und erwirtschaften einen großen Teil des Bruttoinlandsprodukts der EU-Mitglieder. Die EU muss folglich ein großes Interesse daran haben, diesen Wirtschaftssektor zu fördern und möglichst europäisch abgestimmt zu gestalten. Das vom Rat und dem Europäischen Parlament 2002 beschlossene "Aktionsprogramm der Gemeinschaft im Bereich der öffentlichen Gesundheit für 2003 - 2008" sieht unter anderem vor, Kriterien für den Zugang zu den nationalen Gesundheitssystemen und die Qualitätsstandards sowie die EU-Kompatibilität der Gesundheitssysteme und EU-Gesundheitsforschung zu erarbeiten. Hier ist es aus Sicht unserer Industrie wichtig, dass in der Europäischen Gemeinschaft die Patienten weiter am medizinisch-technischen Fortschritt teilhaben können und Raum bleibt für Qualität und Innovation in der gesamten Dentalbranche durch Forschung und Entwicklung, die zu neuen Produkten führen, für die auch ein "return of investment" erwartet werden kann. Die IDS - Internationale Dental-Schau 2007 vom 20.-24.3. in Köln bietet hervorragende Informationsmöglichkeiten für Zahnärzte und Zahntechniker auf der umfassendsten Schau der dentalen Innovationen nach dem neusten Stand der Technik. Sie, als Vertreter der dentalen Fachpresse Europas, werden wir gemeinsam nach besten Kräften in Ihrer Arbeit unterstützen. Das Pressezentrum ist mit allen technischen Einrichtungen ausgestattet, die Sie für Ihre Berichterstattung über die IDS benötigen. Ich freue mich jetzt schon darauf, Sie zur IDS 2007 wieder in Köln zu sehen!


Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

Verband der Deutschen Dental-Industrie

VDDI e.V. – Pressereferat - Burkhard Sticklies Fon: 0221-500687-14 Fax: 0221-500687-21


Im Verband der deutschen Dental-Industrie sind rund 200 Mitgliedsunternehmen zusammengeschlossen, die 2004 mehr als 17.150 Mitarbeiter beschäftigten. Der Gesamtumsatz belief sich im Jahre 2004 auf 3,2 Mrd. Euro (Vorjahr 3,1 Mrd. Euro). Davon wurden Umsätze in Höhe von 1,6 Mrd. Euro von unserer Industrie auf internationalen Märkten erwirtschaftet.
Der 1916 gegründete VDDI veranstaltet alle zwei Jahre die größte Dentalmesse der Welt, die „Internationale Dental-Schau“. An der IDS 2005 in Köln nahmen mehr als 1.550 Aussteller teil, mehr als 75.000 Besucher aus aller Welt informierten sich dort über Neuheiten aus der Dentalbranche. Der VDDI ist Mitglied im Bundesverband der deutschen Industrie (BDI).

Anmerkung für die Redaktion:
Fotomaterial der IDS finden Sie in unserer Bilddatenbank im Internet unter
www.ids-cologne.de/bilddatenbank

Presseinformationen finden Sie unter:
www.ids-cologne.de/presseinformation

Copyright: IDS Cologne - Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.
 

IHR KONTAKT BEI RÜCKFRAGEN

Burkhard Sticklies

sticklies@vddi.de

Agnes Plümer

pluemer@vddi.de

VDDI Verband der Deutschen Dental Industrie e.V.
Aachener Straße 1053 - 1055
50858 Köln

TEL: +49 221 50 06 08 0
WEB: www.vddi.de

Weitere News

IDS 2021 lädt zur Entdeckung von aktuellen Klassikern mit Zukunftspotenzial

IDS 2021: #B-SAFE4business - Koelnmesse zeigt wie es geht